In meiner Familie gibt es schon lange einen Sinn für Kunst und Kritzeleien.
Mein Vater in der Hobby- und Reise- Fotografie. Meine Tante als Architektin und Künstlerin.
Meine Großmutter, mütterlicherseits, in Aquarell und Zeichnungen.
Mein Großvater, väterlicherseits, öffnete seine eigene Druckerei, sowohl in seiner Arbeit als auch in seiner Handschrift fand sich die Kunst immer wieder. Er gab uns auch die Liebe zur Fotographie weiter.
Vor meiner zeit
Markt in Spanien, Reise meiner Großeltern
Wenn ich mein Skizzenbuch in der Hand halte, schielt meine Mutter oft über meine Schulter und fragt “Warum kannst du das so gut?”. Ich selbst sehe darin kein “gutes Können”, ich sehe Übung, Korrektur, Frust und Formfindung.
Ich denke es geht in der Kunst nicht um gutes Können, es geht ums Machen. Die Bewertung anderer ist sowieso nicht vorher zu ermessen. Manchen ist es zu bunt, andere sagen “das kann ich auch!”. Doch den Mut zur Kunst haben nicht viele, ein großer Verlust meiner Meinung nach.
Für mich besteht die Kunst darin sich jedes Mal zu fragen; “Bin ich fertig oder wage ich noch einen Strich?”
Ich hoffe ich ermutige dich hier, mal wieder einen ersten Strich zu wagen.
Kannst du das so gut?
Von Schnittprogrammen hatte ich lange keine Ahnung und auch jetzt bin ich kein Experte. Aber ich habe viel Erfahrung sammeln können, die ich heute nicht mehr missen möchte. Es hat mich gelehrt, dass nicht alle böswillig nach einem gucken und dass es vor allem für mich selbst ein Traum zu erfüllen gilt.
Falls es dir schwerfällt den Wunsch nach Perfektion abzulegen; beginne deine Übungen mit links, bzw. deiner nicht dominanten Hand. So trickst du deine Erwartungshaltung aus, und lernst die Stiftführung neu.
Ich finde dies eine wunderbar kindische Art das malen neu zu erlernen.
Dem cringe zu trotz
So mancher Traum verendet bevor er überhaupt eine Chance der Erfüllung hatte. Erstickt im Keim der Angst nicht verstanden zu werden. Mit dem Erwachsenwerden und so manchen Abschieden wurde mir meine Vergänglichkeit bewusst und ich sah darin wie unbedeutsam es ist von allen verstanden zu werden. Vor allem wenn man sich dafür klein halten muss.
Auf manche mag diese Darstellung hier peinlich, oder “cringe” wirken, wie wunderbar von ihnen nicht verstanden zu werden. Ich dachte für eine lange Zeit still in mich hinein “das muss ich mal gemacht haben”, und nun sehe ich, wer sich nichts traut, lernt auch nichts dazu!
Wir alle leben in einer Zeit der Selbstdarstellung, die Qual der Wahl beschränkt sich auf das Medium.
Wie bei vielen hat auch mein bisheriges Leben die ein oder andere Falte in meinen geträumten Lebensentwurf geschlagen. Nach meiner Geburt in Mainz zog ich mit und ohne Familie mehrmals um; Südkorea, Mainz, Braunschweig, ein Auslandssemester in Spanien, ein Studium in Berlin. Der viele Fahrtwind hat so manche Freundschaft zerstreut, heiß geliebte Baumhäuser verweht, aber mich auch zurück zu meinen Wurzeln gebracht.Dank einer intuitiven und von Neugier getriebenen Entscheidung studierte ich Agrarwissenschaften und bin nun dem Landleben so nahe wie nie zuvor, in dem Gehöft meiner (mehrfachen) Ur-Großeltern in der SooNahe Region.
Ich sammelte Freundschaften fürs Leben, bei denen es egal ist nach wie vielen Monaten man sich endlich wieder sieht oder in welcher Stadt. Ich bekam Eindrücke verschiedener Kulturen geboten die meine Identität diversifizierte und meine Neugier schulte.
Sei Laut sei wild sei du
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Sei Laut sei wild sei du *
Ich habe gelernt, dass das Leben zu kurz ist um Angst zu haben und vor allem ist es zu kurz um jemand anderes als voll und ganz sich selbst zu sein.